Jacquard-Steuerprogramm für Programmierungen aller Art
Das Jacquard-Steuerprogramm wurde ursprünglich als Hilfe zur Näherei erfunden, indem durch Verwendung einer Lochkarte einzelne Arbeitsmechanismen immer wieder abgerufen werden sollten.
Das Jacquard-Steuerprogramm ist eine Methode zur Programmierung von Arbeitsabläufen. Das Prinzip wurde 1805 von einem Weber erfunden, der eine Webmaschine herstellen wollte, mit der man schneller und einfacher schwierige Muster herstellen kann. So kam er auf die Idee, die Webmaschine mit einer Lochkarte zu verbinden, die bestimmte Befehle geben sollte. Immer wenn die Maschine über ein Loch in der Karte tastete, wurde ein programmierter Mechanismus ausgelöst. Daraufhin wurde automatisch ein bestimmtes Muster in den Stoff gewebt. Der Mechanismus konnte aus vielen verschiedenen Einzelschritten bestehen, sodass auch sehr komplizierte Vorlagen hergestellt werden konnten. Bei jedem Loch konnte nun exakt das gleiche Muster eingenäht werden. Der große Vorteil der Erfindung lag darin, dass schwierige Muster von nun an serienmäßig hergestellt werden konnten. Das war ein bedeutender Fortschritt in der Entwicklung der Weberei, da vorher jedes Muster einzeln hergestellt werden musste, das heißt, dass jede einzelne Näherei prinzipiell ein Unikat war.
Die Idee wurde weiter ausgefeilt und für Programme verschiedenster Art genutzt. Es stellte sich als besonders geeignetes System heraus, da dem Gerät bestimmte Befehle gegeben werden können, die dann zu vorgegebenen Zeitpunkten stetig weiter ausgeführt werden können. So muss man nicht jeden Schritt einzeln eingeben, sondern es kann eine Wiederholung des exakt gleichen Mechanismus an gewünschter Stelle eingestellt werden. Das führt zu einer eindeutigen Optimierung und Beschleunigung der Arbeit.
Noch heute bildet das Jacquard-Steuerprogramm die Grundlage für alle Programmierungen. Komplizierteste Funktionsweisen können nach dem Prinzip erarbeitet und eingestellt werden, die dann automatisch ausgeführt werden. Statt der Lochkarte wird heutzutage bei Computern eine Programmiersprache benutzt. Sie ermöglicht die Übertragung exakter Impulse an bestimmten Stellen. Damit können die Befehle expliziter und vielfältiger gegeben werden. Aber das Prinzip der Lochkarte, immer an bestimmten Stellen einen Mechanismus auszulösen, ist das gleiche geblieben.